Leia agora
Also Sprach Zarathustra

Universo da obra

Also Sprach Zarathustra

Capítulo 38 · Also Sprach Zarathustra

von ihnen sind ächt, aber die Meisten sind schlechte Schauspieler.

38 de 57 ≈ 8 min de leitura

von ihnen sind ächt, aber die Meisten sind schlechte Schauspieler.

Es giebt Schauspieler wider Wissen unter ihnen und Schauspieler wider
Willen—, die Ächten sind immer selten, sonderlich die ächten
Schauspieler.

Des Mannes ist hier wenig: darum vermännlichen sich ihre Weiber. Denn
nur wer Mannes genug ist, wird im Weibe _das Weib_—erlösen.

Und diese Heuchelei fand ich unter ihnen am schlimmsten: dass auch Die,
welche befehlen, die Tugenden Derer heucheln, welche dienen.

„Ich diene, du dienst, wir dienen“ —so betet hier auch die Heuchelei
der Herrschenden,—und wehe, wenn der erste Herr _nur_ der erste Diener
ist!

Ach, auch in ihre Heucheleien verflog sich wohl meines Auges Neugier;
und gut errieth ich all ihr Fliegen-Glück und ihr Summen um besonnte
Fensterscheiben.

Soviel Güte, soviel Schwäche sehe ich. Soviel Gerechtigkeit und
Mitleiden, soviel Schwäche.

Rund, rechtlich und gütig sind sie mit einander, wie Sandkörnchen rund,
rechtlich und gütig mit Sandkörnchen sind.

Bescheiden ein kleines Glück umarmen—das heissen sie „Ergebung“! und
dabei schielen sie bescheiden schon nach einem neuen kleinen Glücke
aus.

Sie wollen im Grunde einfältiglich Eins am meisten: dass ihnen Niemand
wehe thue. So kommen sie jedermann zuvor und thun ihm wohl.

Diess aber ist _Feigheit_: ob es schon „Tugend“ heisst.—

Und wenn sie einmal rauh reden, diese kleinen Leute: _ich_ höre darin
nur ihre Heiserkeit,—jeder Windzug nämlich macht sie heiser.

Klug sind sie, ihre Tugenden haben kluge Finger. Aber ihnen fehlen die
Fäuste, ihre Finger wissen nicht, sich hinter Fäuste zu verkriechen.

Tugend ist ihnen das, was bescheiden und zahm macht: damit machten sie
den Wolf zum Hunde und den Menschen selber zu des Menschen bestem
Hausthiere.

„Wir setzten unsern Stuhl in die _Mitte_—das sagt mir ihr
Schmunzeln—und ebenso weit weg von sterbenden Fechtern wie von
vergnügten Säuen.“

Diess aber ist—_Mittelmässigkeit_: ob es schon Mässigkeit heisst.—

3.

Ich gehe durch diess Volk und lasse manches Wort fallen: aber sie
wissen weder zu nehmen noch zu behalten.

Sie wundern sich, dass ich nicht kam, auf Lüste und Laster zu lästern;
und wahrlich, ich kam auch nicht, dass ich vor Taschendieben warnte!

Sie wundern sich, dass ich nicht bereit bin, ihre Klugheit noch zu
witzigen und zu spitzigen: als ob sie noch nicht genug der Klüglinge
hätten, deren Stimme mir gleich Schieferstiften kritzelt!

Und wenn ich rufe: „Flucht allen feigen Teufeln in euch, die gerne
winseln und Hände falten und anbeten möchten“ : so rufen sie:
„Zarathustra ist gottlos“.

Und sonderlich rufen es ihre Lehrer der Ergebung—; aber gerade ihnen
liebe ich’s, in das Ohr zu schrein: Ja! Ich _bin_ Zarathustra, der
Gottlose!

Diese Lehrer der Ergebung! Überall hin, wo es klein und krank und
grindig ist, kriechen sie, gleich Läusen; und nur mein Ekel hindert
mich, sie zu knacken.

Wohlan! Diess ist meine Predigt für _ihre_ Ohren: ich bin Zarathustra,
der Gottlose, der da spricht „wer ist gottloser denn ich, dass ich mich
seiner Unterweisung freue?“

Ich bin Zarathustra, der Gottlose: wo finde ich Meines-Gleichen? Und
alle Die sind Meines-Gleichen, die sich selber ihren Willen geben und
alle Ergebung von sich abthun.

Ich bin Zarathustra, der Gottlose: ich koche mir noch jeden Zufall in
_meinem_ Topfe. Und erst, wenn er da gar gekocht ist, heisse ich ihn
willkommen, als _meine_ Speise.

Und wahrlich, mancher Zufall kam herrisch zu mir: aber herrischer noch
sprach zu ihm mein _Wille_,—da lag er schon bittend auf den Knieen—

—bittend, dass er Herberge finde und Herz bei mir, und schmeichlerisch
zuredend: „sieh doch; oh Zarathustra, wie nur Freund zu Freunde
kommt!“—

Doch was rede ich, wo Niemand _meine_ Ohren hat! Und so will ich es
hinaus in alle Winde rufen:

Ihr werdet immer kleiner, ihr kleinen Leute! Ihr bröckelt ab, ihr
Behaglichen! Ihr geht mir noch zu Grunde—

—an euren vielen kleinen Tugenden, an eurem vielen kleinen Unterlassen,
an eurer vielen kleinen Ergebung!

Zu viel schonend, zu viel nachgebend: so ist euer Erdreich! Aber dass
ein Baum _gross_ werde, dazu will er um harte Felsen harte Wurzeln
schlagen!

Auch was ihr unterlasse, webt am Gewebe aller Menschen-Zukunft; auch
euer Nichts ist ein Spinnennetz und eine Spinne, die von der Zukunft
Blute lebt.

Und wenn ihr nehmt, so ist es wie stehlen, ihr kleinen Tugendhaften;
aber noch unter Schelmen spricht die _Ehre_: „man soll nur stehlen, wo
man nicht rauben kann.“

„Es giebt sich“—das ist auch eine Lehre der Ergebung. Aber ich sage
euch, ihr Behaglichen: _es nimmt sich_ und wird immer mehr noch von
euch nehmen!

Ach, dass ihr alles _halbe_ Wollen von euch abthätet und entschlossen
würdet zur Trägheit wie zur That!

Ach, dass ihr mein Wort verstündet: „thut immerhin, was ihr wollt,—aber
seid erst Solche, die _wollen können_!“

„Liebt immerhin euren Nächsten gleich euch,—aber seid mir erst solche,
die _sich selber lieben_—

—mit der grossen Liebe lieben, mit der grossen Verachtung lieben!“ Also
spricht Zarathustra, der Gottlose.—

Doch was rede ich, wo Niemand _meine_ Ohren hat! Es ist hier noch eine
Stunde zu früh für mich.

Mein eigner Vorläufer bin ich unter diesem Volke, mein eigner
Hahnen-Ruf durch dunkle Gassen.

Aber _ihre_ Stunde kommt! Und es kommt auch die meine! Stündlich werden
sie kleiner, ärmer, unfruchtbarer,—armes Kraut! armes Erdreich!

Und _bald_ sollen sie mir dastehn wie dürres Gras und Steppe, und
wahrlich! ihrer selber müde—und mehr, als nach Wasser, nach _Feuer_
lechzend!

Oh gesegnete Stunde des Blitzes! Oh Geheimniss vor Mittag!—Laufende
Feuer will ich einst noch aus ihnen machen und Verkünder mit
Flammen-Zungen:—

—verkünden sollen sie einst noch mit Flammen-Zungen: Er kommt, er ist
nahe, der grosse Mittag!

Also sprach Zarathustra.

Auf dem Ölberge

Der Winter, ein schlimmer Gast, sitzt bei mir zu Hause; blau sind meine
Hände von seiner Freundschaft Händedruck.

Ich ehre ihn, diesen schlimmen Gast, aber lasse gerne ihn allein
sitzen. Gerne laufe ich ihm davon; und, läuft man _gut_, so entläuft
man ihm!

Mit warmen Füssen und warmen Gedanken laufe ich dorthin, wo der Wind
stille steht,—zum Sonnen-Winkel meines Ölbergs.

Da lache ich meines gestrengen Gastes und bin ihm noch gut, dass er zu
Hause mir die Fliegen wegfängt und vielen kleinen Lärm stille macht.

Er leidet es nämlich nicht, wenn eine Mücke singen will, oder gar zwei;
noch die Gasse macht er einsam, dass der Mondschein drin Nachts sich
fürchtet.

Ein harter Gast ist er,—aber ich ehre ihn, und nicht bete ich, gleich
den Zärtlingen, zum dickbäuchichten Feuer-Götzen.

Lieber noch ein Wenig zähneklappern als Götzen anbeten!—so will’s meine
Art. Und sonderlich bin ich allen brünstigen dampfenden dumpfigen
Feuer-Götzen gram.

Wen ich liebe, den liebe ich Winters besser als Sommers; besser spotte
ich jetzt meiner Feinde und herzhafter, seit der Winter mir im Hause
sitzt.

Herzhaft wahrlich, selbst dann noch, wenn ich zu Bett _krieche_—: da
lacht und muthwillt noch mein verkrochenes Glück; es lacht noch mein
Lügen-Traum.

Ich—ein Kriecher? Niemals kroch ich im Leben vor Mächtigen; und log ich
je, so log ich aus Liebe. Desshalb bin ich froh auch im Winter-Bette.

Ein geringes Bett wärmt mich mehr als ein reiches, denn ich bin
eifersüchtig auf meine Armuth. Und im Winter ist sie mir am treuesten.

Mit einer Bosheit beginne ich jeden Tag, ich spotte des Winters mit
einem kalten Bade: darob brummt mein gestrenger Hausfreund.

Auch kitzle ich ihn gerne mit einem Wachskerzlein: dass er mir endlich
den Himmel herauslasse aus aschgrauer Dämmerung.

Sonderlich boshaft bin ich nämlich des Morgens: zur frühen Stunde, da
der Eimer am Brunnen klirrt und die Rosse warm durch graue Gassen
wiehern:—

Ungeduldig warte ich da, dass mir endlich der lichte Himmel aufgehe,
der schneebärtige Winter-Himmel, der Greis und Weisskopf,—

—der Winter-Himmel, der schweigsame, der oft noch seine Sonne
verschweigt!

Lernte ich wohl von ihm das lange lichte Schweigen? Oder lernte er’s

Also Sprach Zarathustra

Sinopse

Texto original em DE preservado no Literunico para leitura comparada com a edição/tradução da Copa Literunico. Fonte-base: https://www.gutenberg.org/files/7205/7205-0.txt

Also Sprach Zarathustra

Resenhas do livro

0 publicadas

Ainda não há resenhas para esta obra. A primeira leitura comentada pode começar aqui.

Ir para o carrinho
Mercado de Also Sprach Zarathustra

Leve um fragmento deste universo

Escolha a arte, confira a disponibilidade e adicione o produto ao carrinho sem sair da experiência.

Nenhum livro físico está disponível neste universo.
Relíquias da Obra

Adquira Relíquias da Obra e deixe sua marca registrada, criando valor ao item!

Aguardando Aprovação do Autor
Aguardando grupo autoral Also Sprach Zarathustra Escolha uma Relíquia e envie uma proposta de aquisição, mesmo antes da ativação.
100Relíquias
0Titulares
0 Passagens
Central de RelíquiasDescubra coleções de outros universos e obras.
ver todas
Capítulo 38 carregado no app · 1 livro conectado 1/1
Abrir leitor completo

Capítulos disponíveis para continuar a leitura.

Capítulos de Also Sprach Zarathustra

Capa de Also Sprach Zarathustra
Continue a leitura von ihnen sind ächt, aber die Meisten sind schlechte Schauspieler. Capítulo 38 · 38 de 57 · ≈ 8 min
Todos os capítulos 57 disponíveis

Donos de Relíquias

0 titulares

Nenhuma Relíquia desta obra foi adquirida ainda. Seja o primeiro a eternizar seu nome no acervo oficial!

Conhecer as 100 Relíquias

Resenhas do livro

0 publicadas

Ainda não há resenhas para esta obra. A primeira leitura comentada pode começar aqui.

Entrar para resenhar

Posses do livro

0 Leitores com posse
0 Unidades registradas

Nenhuma posse foi registrada publicamente para esta edição.

Adicionais do Universo

Visual ClássicoAbra a leitura editorial, no estilo de uma página de livro
ler
Visual AuroraApresentação imersiva do universo da obra
abrir